WER ZIEHT DIE FÄDEN?
WER ZIEHT DIE FÄDEN? PART 1 Wir sitzen alle in ’nem Boot, doch jeder rudert allein, jeder kämpft um seinen Platz, keiner will der Letzte sein. Miete rauf, der Lohn bleibt gleich, wieder Ebbe auf dem Konto, du gehst schuften, kommst nach Haus, doch dein Leben bleibt im Minus. Dann heißt’s: „Der da ist das Problem, der nimmt dir deinen Platz“, und der Nachbar wird zum Feind, weil man selbst schon wenig hat. Arm gegen arm, Schicht gegen Schicht, jeder gibt dem Nächsten Schuld, doch wer entscheidet über Löhne, Wohnraum, Chancen, Zeit und Zukunft? Sechs Kinder, ein gedeckter Tisch, doch fünf bekommen nichts, eins sitzt satt im Überfluss, fünf seh’n ihm ins Gesicht. Wenn die Fünf sich jetzt bekämpfen, bleibt die Aufteilung besteh’n, statt den zu fragen, der verteilt, soll’n sie sich gegenseitig schlagen. HOOK Alle gegen alle — sag, wer profitiert davon? Wir kämpfen um die Reste, andre sitzen auf dem Thron. Arm gegen arm — doch wir teilen denselben Schmerz, wer die Regeln schreiben kann, muss sich stellen — nicht nur reden. Alle gegen alle — und das Spiel beginnt von vorn, jeder sucht den Schuldigen, jeder fühlt sich verlor’n. Heb den Blick, stell die Frage, schau nicht nur auf dein Revier: Wenn wir unten uns bekämpfen — wer gewinnt dann außer wir? PART 2 Wir bau’n Maschinen, schicken Raketen durch das All, doch für faire Chancen heißt es wieder: „Leider nicht für alle.“ Künstliche Intelligenz, jede Rechnung läuft präzise, doch Familien rechnen Cent für Cent und fürchten jede Miete. Wer hier arm ist, wird beurteilt, wer viel hat, wird bestaunt, wer wenig Bildung mitbekam, wird als selber schuld abgestempelt. Doch nicht jeder startet gleich, nicht jeder kennt denselben Weg, Wissen soll die Mauern brechen, nicht erhöh’n, wer über wem steht. Du liebst dein Land, dann lieb es, doch mach andre nicht zu Feinden, keine Herkunft, keine Flagge kann den Wert des Menschen teilen. Ob Religion, ob Fußball, ob die Sprache, die du sprichst, keiner ist mehr wert als andre, nur weil er anders ist. Likes und Filter, schöne Bilder, jeder stellt sein Leben aus, doch was hinter Fassaden steckt, sieht man selten auf dem Screen. Prüf die Quelle, glaub nicht blind, wenn die nächste Schlagzeile zieht, denn wer bestimmt, was du zu sehen kriegst, beeinflusst, was du siehst. HOOK Alle gegen alle — sag, wer profitiert davon? Wir kämpfen um die Reste, andre sitzen auf dem Thron. Arm gegen arm — doch wir teilen denselben Schmerz, wer die Regeln schreiben kann, muss sich stellen — nicht nur reden. Alle gegen alle — und das Spiel beginnt von vorn, jeder sucht den Schuldigen, jeder fühlt sich verlor’n. Heb den Blick, stell die Frage, schau nicht nur auf dein Revier: Wenn wir unten uns bekämpfen — wer gewinnt dann außer wir? PART 3 Wenn die Menschen auf die Straße geh’n, weil keiner sie versteht, frag nicht nur, warum es laut wird — frag, was vorher schon geschah. Polizei soll Menschen schützen, doch auch Macht braucht Kontrolle, denn ein Amt gibt keine Freiheit, Grenzen einfach zu verschieben. Demokratie heißt nicht, dass nach der Wahl das Reden endet, sondern dass man auch den Menschen zuhört, die man unbequem findet. Wer entscheidet, muss erklären, welche Folgen sein Beschluss hat, wer die Macht zur Änderung besitzt, muss Verantwortung auch tragen. Was vererben wir den Kindern — neue Feindschaft, alten Streit? Oder Bildung, faire Chancen und ein Stück Gerechtigkeit? Denn kein Mensch wählt seine Eltern, seine Herkunft oder Not, und kein Mensch verdient Verachtung, weil ihm weniger gehört. Wir könn’n weiter Finger zeigen, bis die nächste Generation denselben Streit von uns übernimmt und dieselben Grenzen wohnt. Oder wir durchbrechen diesen Kreis, fangen endlich an zu seh’n: Nicht der Mensch an deiner Seite muss für deine Sorgen steh’n. LETZTER HOOK Alle gegen alle — sag, wer profitiert davon? Wir kämpfen um die Reste, andre sitzen auf dem Thron. Arm gegen arm — doch wir teilen denselben Schmerz, wer die Regeln schreiben kann, muss sich stellen — nicht nur reden. Alle gegen alle — doch wir bleiben nicht blind, wir sind mehr als unsre Herkunft, mehr als das, was andre bestimm’n. Heb den Blick, stell die Frage, schau nicht nur auf dein Revier: Wenn wir unten uns vereinen — ändert sich vielleicht das Spiel.
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