Sie war noch viel zu jung

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Sie war noch viel zu jung

Sie war noch viel zu jung, doch zu Hause viel zu leise, Mama kämpfte mit sich selbst, Papa meistens auf der Reise. Keiner fragte, wie es geht, wenn sie abends nicht mehr lacht, also lernte sie schon früh: „Meine Sorgen sind Privatsache.“ In der Schule unauffällig, immer hinten an der Wand, denn sie suchte diese Nähe, die sie nie zu Hause fand. Jedes kleine „Du bist schön“ fühlte sich nach Rettung an, bis ein Älterer ihr zeigte, wie man Vertrauen brechen kann. Er gab ihr Aufmerksamkeit, genau das, was ihr immer fehlte, sprach von Liebe, während er mit ihrer Sehnsucht spielte. Sie vertraute seinen Worten, weil sie endlich jemand sah, doch aus vermeintlicher Geborgenheit wurde plötzlich die Gefahr. Er nahm ihr gegen ihren Willen, was ihm niemals zugestand, und sie fror in diesem Augenblick, obwohl ihr Körper innerlich brannt'. Danach ging sie still nach Hause, als wär gar nichts passiert, doch das Mädchen, das dort losging, kam nie wieder zurück zu ihr. Hook – 8 Bars Kleines Mädchen, sag, wer hört dich, wenn du nachts nicht schlafen kannst? Wenn du vor dem Spiegel stehst und dich selber nicht mehr anschaust? Du wolltest doch nur Liebe, nur ein bisschen „Du bist wichtig“, doch die falschen Hände fanden dich – und keiner sah es richtig. Seitdem trägst du diesen Winter selbst im wärmsten Sonnenlicht, sagst am Morgen „Alles gut“, doch deine Augen sagen's nicht. Was er tat, war niemals Liebe, und die Schuld gehört nur ihm, vielleicht lernst du irgendwann, dich wieder selber anzuseh'n. Part 2 – 16 Bars Wochen wurden zu Monaten, sie zog die Vorhänge zu, Freunde klopften an die Tür, doch sie wollte nur noch Ruhe. Jede Nachricht blieb ungelesen, jedes Klingeln machte Angst, weil Erinnerung nicht fragt, ob du sie heute tragen kannst. Sie gab sich selbst die Schuld für etwas, das sie nie entschied, und verlernte Stück für Stück sogar ihr eigenes Spiegelbild. Ihre Mutter sah die Müdigkeit, doch fragte viel zu spät, wie viel Schmerz in einem einfachen „Mir geht es gut“ entsteht. Dann saß sie eines Morgens bei 'ner Frau mit ruhiger Stimme, zum ersten Mal sprach sie darüber, ohne dass sie dabei verschwindet. Keine Wunder über Nacht, keine Heilung wie im Film, manche Tage waren laut und manche Wochen wieder still. Doch sie lernte: Seine Tat bestimmt nicht, wer sie morgen ist, und dass Überleben manchmal schon der allergrößte Fortschritt ist. Heute trägt sie ihre Geschichte, doch die Geschichte trägt nicht sie, denn was damals in ihr zerbrach, nimmt ihr nicht die Zukunft weg.

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2 months ago

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