Das Taggestirn

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Das Taggestirn

Wie schön ist diese Nacht! Der duftigste Seufzer, Den Frühlingswinde hauchen in das Ohr Des Abends, störte das beredte Schweigen, Das rings die Flur umhüllt. Die dunkle Wölbung Des Himmels, hell von Sternen überblitzt, Durch die des Mondes unbewölkter Glanz Hinwandelt, scheint ein Baldachin, den Liebe, Die schlummernde Welt zu schützen, ausgespannt. Die sanften Hügelreihen dort, gekleidet In ein Gewand von unbetretnem Schnee; Der dunkle Fels, behängt mit Eiseszacken, So fleckenlos, daß ihre weißen Spitzen Des Mondes reinen Strahlenglanz nicht färben; Die burggekrönte Höhe, deren Banner So müßig überm morschen Thurme hängt, Daß die verzückte Phantasie darin Ein Bild des Friedens sieht: – das Alles bildet Hier einen Schauplatz, wo die Einsamkeit Sich sinnend über dieser Erde Kreis Erheben, wo das ungestörte Schweigen, Durch Nichts beirrt, alleine wachen möchte, So kalt, so schön, so still. Das Tagsgestirn Sinkt, lächelnd hold, auf südlichen Gefilden Ins wogenlose Meer; kein Hauch erregt Die stille Tiefe; Abendwolken spiegeln Reglos den letzten zögernden Tagesstrahl, Und auf dem Westmeer ruht des Abends Bild In hehrer Schöne. Doch der Morgen kommt; Und Wolk' auf Wolke wälzt in finstern Massen Sich übers schwarze Meer; furchtbar ergrollt Des fernen Donners Murren; und der Sturm Entfaltet seine Schwingen ob dem Dunkel, Das grauenvoll der Wogen Kampf umhüllt; Erbarmungslos mit allen seinen Stürmen Und Blitzen hetzt der Dämon seinen Raub; Die aufgeriss'ne Tiefe gähnt, – das Schiff Versinkt ins zackig dräuende Wogengrab.

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1 year ago

Wie schön ist diese Nacht! Der duftigste Seufzer, Den Frühlingswinde hauchen in das Ohr Des Abends, störte das beredte Schweigen, Das rings die Flur umhüllt. Die dunkle Wölbung Des Himmels, hell von Sternen überblitzt, Durch die des Mondes unbewölkter Glanz Hinwandelt, scheint ein Baldachin, den Liebe, Die schlummernde Welt zu schützen, ausgespannt. Die sanften Hügelreihen dort, gekleidet In ein Gewand von unbetretnem Schnee; Der dunkle Fels, behängt mit Eiseszacken, So fleckenlos, daß ihre weißen Spitzen Des Mondes reinen Strahlenglanz nicht färben; Die burggekrönte Höhe, deren Banner So müßig überm morschen Thurme hängt, Daß die verzückte Phantasie darin Ein Bild des Friedens sieht: – das Alles bildet Hier einen Schauplatz, wo die Einsamkeit Sich sinnend über dieser Erde Kreis Erheben, wo das ungestörte Schweigen, Durch Nichts beirrt, alleine wachen möchte, So kalt, so schön, so still. Das Tagsgestirn Sinkt, lächelnd hold, auf südlichen Gefilden Ins wogenlose Meer; kein Hauch erregt Die stille Tiefe; Abendwolken spiegeln Reglos den letzten zögernden Tagesstrahl, Und auf dem Westmeer ruht des Abends Bild In hehrer Schöne. Doch der Morgen kommt; Und Wolk' auf Wolke wälzt in finstern Massen Sich übers schwarze Meer; furchtbar ergrollt Des fernen Donners Murren; und der Sturm Entfaltet seine Schwingen ob dem Dunkel, Das grauenvoll der Wogen Kampf umhüllt; Erbarmungslos mit allen seinen Stürmen Und Blitzen hetzt der Dämon seinen Raub; Die aufgeriss'ne Tiefe gähnt, – das Schiff Versinkt ins zackig dräuende Wogengrab.

1 year ago

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