Geist der Natur
Der Wagen flog dahin. Der ferne Erdball schien Das kleinste Licht am Himmelsdome nur, Indeß um das Gespann Zahllose Welten kreisten, Und ungezählter Sterne Licht In stetem Wechsel glomm. Ein Wunderanblick war's! Gehörnt Erschienen ein'ge, gleich der Mondessichel; Ein sanftes Silberlicht ergossen andre, Wie überm Westmeer Hesperus; Mit Feuerschweifen stürzten andre nieder, Gleich Welten, die dem Tod geweiht; Und einige erglühten sonnenhaft, Und überstrahlten auf des Wagens Pfad Rings alles andre Licht. Geist der Natur! o hier, In diesem unabsehbaren Gewimmel Von Welten, deren Unermeßlichkeit Die kühnste Phantasie beschämt: Hier ist dein schönster Tempel. Doch ist das kleinste Blatt, Das in dem Wind erbebt, nicht minder Von deinem Geist erfüllt; Doch theilt der niedre Wurm, Der tief in Grüften sich von Leichen nährt, Nicht minder deinen ew'gen Hauch. Geist der Natur! o du, Der unvergänglich wie dies hehre Bild, Hier ist dein schönster Tempel.
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Der Wagen flog dahin. Der ferne Erdball schien Das kleinste Licht am Himmelsdome nur, Indeß um das Gespann Zahllose Welten kreisten, Und ungezählter Sterne Licht In stetem Wechsel glomm. Ein Wunderanblick war's! Gehörnt Erschienen ein'ge, gleich der Mondessichel; Ein sanftes Silberlicht ergossen andre, Wie überm Westmeer Hesperus; Mit Feuerschweifen stürzten andre nieder, Gleich Welten, die dem Tod geweiht; Und einige erglühten sonnenhaft, Und überstrahlten auf des Wagens Pfad Rings alles andre Licht. Geist der Natur! o hier, In diesem unabsehbaren Gewimmel Von Welten, deren Unermeßlichkeit Die kühnste Phantasie beschämt: Hier ist dein schönster Tempel. Doch ist das kleinste Blatt, Das in dem Wind erbebt, nicht minder Von deinem Geist erfüllt; Doch theilt der niedre Wurm, Der tief in Grüften sich von Leichen nährt, Nicht minder deinen ew'gen Hauch. Geist der Natur! o du, Der unvergänglich wie dies hehre Bild, Hier ist dein schönster Tempel.
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