Wagen der Fee

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Wagen der Fee

Der Leib lag auf dem Ruhebett, Gehüllt in tiefen Schlummer; Die Züge starr und regungslos, Doch thierisch Leben war drin. Und jeder Sinn versah den Dienst, Den ihm die Natur bestimmt; – es war Ein Wunder, Geist und Leib zu schaun. Dieselben Züge waren dort, Dieselbe äußerliche Form, – Und wie verschieden doch! Der eine strebt Zum Himmel auf, nach seinem ew'gen Erbe Sich sehnend, stets im Wechsel sich erhebend, Und schwelgt in ew'gem Sein. Der andre müht sich eine Spanne Zeit, Das Spiel des Zufalls und der Leidenschaft, Er lebt sein traurig Dasein rasch dahin, Und dann, ein nutzlos und verbraucht Geräth, Verwest er und verschwindet. Fee. Geist, der also tief gedrungen, Geist, der also hoch gestrebt, Der so furchtlos, der so mild, Nimm hin den Lohn, den sich dein Werth verdient, Besteig mit mir den Wagen! Geist. Träum' ich? Ist dies neu Empfinden Nur ein Truggespenst des Schlummers? Bin ich wirklich eine Seele, Frei und ohne Körperlast? Sprich noch einmal, sprich! Fee. Der Geist entschwebte mit der Fee; Es trennten sich die Silberwolken; Und als den Zauberwagen sie bestiegen, Scholl wieder himmlischer Gesang, Und wiederum entfalteten Die Lüfterenner ihre Azurschwingen, Und mit den Strahlenzügeln Lenkt' ihren Flug die Fee. Der Wagen flog dahin. Die Nacht war schön, ein zahllos Heer Von Sternen glänzte am Gewölb Des dunkelblauen Himmels; Im Ost dem Meer entblinkte Das erste Lächeln schon des Morgenroths. Der Wagen flog dahin – In Feuerfunken stob Unter der Himmelsrosse Huf die Luft, Und wo die Flammenräder Hinsausten ob dem höchsten Bergeshang, Glüht' eine Blitzesspur. Jetzt flog er über einem Felsen hin, Der Erde letztem Saum, Hoch wie die Anden, deren düstrer Kamm Lugt ob dem Silbermeer.

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Der Leib lag auf dem Ruhebett, Gehüllt in tiefen Schlummer; Die Züge starr und regungslos, Doch thierisch Leben war drin. Und jeder Sinn versah den Dienst, Den ihm die Natur bestimmt; – es war Ein Wunder, Geist und Leib zu schaun. Dieselben Züge waren dort, Dieselbe äußerliche Form, – Und wie verschieden doch! Der eine strebt Zum Himmel auf, nach seinem ew'gen Erbe Sich sehnend, stets im Wechsel sich erhebend, Und schwelgt in ew'gem Sein. Der andre müht sich eine Spanne Zeit, Das Spiel des Zufalls und der Leidenschaft, Er lebt sein traurig Dasein rasch dahin, Und dann, ein nutzlos und verbraucht Geräth, Verwest er und verschwindet. Fee. Geist, der also tief gedrungen, Geist, der also hoch gestrebt, Der so furchtlos, der so mild, Nimm hin den Lohn, den sich dein Werth verdient, Besteig mit mir den Wagen! Geist. Träum' ich? Ist dies neu Empfinden Nur ein Truggespenst des Schlummers? Bin ich wirklich eine Seele, Frei und ohne Körperlast? Sprich noch einmal, sprich! Fee. Der Geist entschwebte mit der Fee; Es trennten sich die Silberwolken; Und als den Zauberwagen sie bestiegen, Scholl wieder himmlischer Gesang, Und wiederum entfalteten Die Lüfterenner ihre Azurschwingen, Und mit den Strahlenzügeln Lenkt' ihren Flug die Fee. Der Wagen flog dahin. Die Nacht war schön, ein zahllos Heer Von Sternen glänzte am Gewölb Des dunkelblauen Himmels; Im Ost dem Meer entblinkte Das erste Lächeln schon des Morgenroths. Der Wagen flog dahin – In Feuerfunken stob Unter der Himmelsrosse Huf die Luft, Und wo die Flammenräder Hinsausten ob dem höchsten Bergeshang, Glüht' eine Blitzesspur. Jetzt flog er über einem Felsen hin, Der Erde letztem Saum, Hoch wie die Anden, deren düstrer Kamm Lugt ob dem Silbermeer.

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